Ein Tag hinter den Kulissen: Der Girls‘ and Boys‘ Day in der Kreisklinik Groß-Umstadt – ein voller Erfolg

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Die Pinzette bebt, als das Mädchen nach einem kleinen roten Gummibärchen greift. Sie bekommt es zu fassen und beginnt vorsichtig, es in eine Edelstahlschüssel rechts von ihr zu legen. Was die Übung erschwert: Ihre Bewegungen kann sie nur auf dem Monitor sehen. Hinter ihr stehen dicht gedrängt andere Mädchen und Jungen, die gebannt den Atem anhalten. Sie lässt das Gummibärchen in die Schüssel fallen und alle atmen erleichtert auf.

 

Wenn knapp 30 Mädchen und Jungen mit einheitlichem Kasack gut gelaunt durch die Flure der Kreisklinik Groß-Umstadt laufen und an unterschiedlichen Stationen Aufgaben absolvieren, dann kann das nur eines bedeuten: Es ist Girls‘ & Boys‘ Day!

 

Dieser bundesweite Aktionstag findet für Jungen seit 2010 und für Mädchen sogar seit 2001 statt. Das Ziel dabei ist, Mädchen und Jungen die Möglichkeit zu geben, Berufe kennenzulernen, die nicht der klischeehaften Rollenverteilung der Geschlechter in Sachen Berufswahl entsprechen. Mädchen erhalten dementsprechend an diesem Tag Einblick in naturwissenschaftlich-technische Berufe, Jungen in soziale, erzieherische und pflegerische Arbeitsfelder. „Wir als moderne Klinik bieten ein breites Spektrum solcher Berufe. Der Girls‘ and Boys‘ Day ist eine tolle Möglichkeit, Berufe kennenzulernen und sie hautnah zu erleben. Deswegen nehmen wir sehr gerne an dieser tollen Aktion teil“, zeigt sich Pelin Mayer, Geschäftsführerin der Kreiskliniken begeistert.

 

Praxisnahe Stationen für einen lebendigen Einblick mit Lerneffekt

Um den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen einen aktiven und informativen Blick hinter die Kulissen zu bieten, hat die Kreisklinik Groß-Umstadt ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Die Schülerinnen und Schüler wurden von Katja Lehmann, der Leiterin der Tagesklinik für ambulantes Operieren,  durch die Klinik und ihre verschiedenen Abteilungen geführt. Doch bei reinem Anschauen blieb es nicht. In der interdisziplinären Notaufnahme zeigte die pflegerische Leitung, Beate Kurz-Rosenbrock, den Teilnehmern wie ein Gipsverband angelegt wird, ehe die Kinder und Jugendlichen sich selbst daran versuchen durften. Anschließend lernten sie von der Medizinisch-Technischen Radiologieassistentin Jenny Gunkel anhand eines Scans von Obst, wie ein MRT funktioniert und wieso es bei der Diagnose von Erkrankungen und Verletzungen so wichtig und hilfreich ist. Danach demonstrierte Alexandra Hartmann von der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, wie die im OP benutzten Instrumente wieder steril und einsatzbereit gereinigt werden.

 

Die eingangs beschriebene Szene stellte eines der Highlights des Tages dar. Unter der Anleitung von Christine Picht, Stationsärztin der Allgemeinchirurgie, simulierten die Schüler eine minimal-invasive Operation. Bei dieser besonders schonenden Art eines Eingriffs nehmen die Mediziner nur kleine Schnitte vor, um an die erkrankte Körperregion zu gelangen. Der Vorteil: Der Heilungsprozess ist kürzer, der Körper wird weniger belastet und große Narben vermieden. Dafür wissen die Jungen und Mädchen nun aus eigener Erfahrung, dass ein solcher Eingriff einiges an Übung, Konzentration und Geschick erfordert.

 

Begeisterung auf allen Seiten

Außerdem lernten die Kinder von den Auszubildenden des Bildungszentrums für Gesundheit, wie ein Krankenpfleger einen Verband richtig anlegt, den Puls eines Patienten korrekt misst und vor allem die gründliche Desinfizierung der Hände. Eine letzte, lebenswichtige Einheit vermittelte ihnen Stefan Sattler, Case Manager und Reanimationstrainer. Mit ihm übten die Kinder Reanimationen an einer Puppe, mit einem besonderen Schmankerl: „Alle haben das ganz prima gemacht und deshalb verdient ihren Ausweis bekommen, der ihnen grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten in Wiederbelebung bescheinigt“, berichtet Sattler.

 

Am Ende des Tages war der Girls‘ und Boys‘ Day einmal mehr ein voller Erfolg. Die teilnehmenden Kinder konnten mit Spaß die vielseitige Arbeit in der Kreisklinik Groß-Umstadt kennenlernen und persönlich wichtige und potenziell lebensrettende Handgriffe mitnehmen. Auch die Kreisklinik ist zufrieden.

 

„Der Girls‘ und Boys‘ Day ist nicht nur eine schöne Aktion, sondern ein wichtiger Schritt“, resümiert Pelin Mayer. „ Denn vielleicht hat dieser Tag einige der Teilnehmer inspiriert, in einigen Jahren wieder am Aktionstag teilzunehmen – dann vielleicht als Pflegekraft, Arzt oder in der Radiologie.“