Gelenkersatz – Tipps und Wissenswertes für alle Stadien der Arthrose

Gelenkersatz – Tipps und Wissenswertes für alle Stadien der Arthrose

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Professor Dr. Peter Schräder, Chefarzt der Orthopädie und Traumatologie an der Kreisklinik Jugenheim, erläutert nachfolgend die wichtigsten Fakten zum künstlichen Gelenkersatz und gibt Tipps, wie Betroffene selbst zur Schmerzlinderung beitragen können.

Wurde ein Knorpel durch Arthrose geschädigt, kann dieser nicht wieder hergestellt werden. Die Arthrose-Behandlung hat das vorrangige Ziel, die Symptome der Erkrankung zu lindern. Betroffene können allerdings durch das richtige Verhalten in jedem Stadium der Krankheit sehr viel selbst für ihr Wohlbefinden tun. Der Gelenkverschleiß wird in drei Stadien eingeteilt, in denen unterschiedliche Therapieformen und Maßnahmen schmerzlindernde Wirkung haben können: Im Anfangsstadium wirken sich Veränderungen wie Gewichtsabnahme, richtige Ernährung und vor allem Bewegung positiv aus. Im mittleren Stadium lassen sich lokale Schmerztherapien durchführen, Krankengymnastik sowie gelenkerhaltende operative Maßnahmen. Im dritten fortgeschrittenen Stadium helfen die sogenannte Systemische Schmerztherapie mit Tabletten sowie der Gelenkersatz. Allerdings sollte auch in diesem Stadium auf krankengymnastisch unterstützte Bewegung keinesfalls verzichtet werden.

Die ersten Anzeichen
Spürbar wird die Erkrankung zunächst durch einen Anlaufschmerz, der nach einigen Bewegungen wieder weg geht. „Später kommen Spannungsgefühle und die typisch stechenden Schmerzen bei Belastung hinzu“, so der Fachmediziner, „bis das Gelenk schließlich sogar im Ruhezustand schmerzt.“ Weitere Anzeichen sind ein Hitzegefühl bei Belastung sowie ein Schwellungsgefühl ohne sichtbare Schwellung der Gelenke. „Betroffene sollten Schmerzen im Gelenk, die über eine längere Zeit anhalten keinesfalls verharmlosen, sondern medizinisch abklären lassen“, betont Schräder.

Wann der Gelenkersatz notwendig ist
„Wenn Physiotherapie, Einlagenversorgung oder lokale Schmerztherapien nicht weiterhelfen, sprechen wir mit dem Patienten über die Möglichkeiten des Gelenkersatzes“, erklärt Professor Schräder. Patienten leiden zu diesem Zeitpunkt in aller Regel dauerhaft unter Schmerzen und einer erkennbaren Bewegungseinschränkung. Ein künstliches Gelenk bringt Beweglichkeit und Mobilität wieder zurück; es kann somit die Lebensqualität erheblich steigern. Auch Sport ist mit einem künstlichen Gelenk problemlos wieder möglich, egal ob Radfahren, Langlauf, Nordic Walking oder Golfspielen. „Patienten mit einem künstlichen Gelenk sollten jedoch Überbelastungen vermeiden. Empfehlenswert sind gleichmäßige, fließende Bewegungen, die wenig Druck auf das künstliche Gelenk ausüben“, sagt Schräder.

Künstliche Gelenke in den Wechseljahren
Ein künstliches Gelenk hält in manchen Fällen nicht lebenslang. In Deutschland werden jährlich etwa 25.000 Wechseloperationen durchgeführt, in denen ein künstliches Gelenk gegen ein neues ausgetauscht werden muss. Der häufigste Grund für eine Wechseloperation ist eine Lockerung des künstlichen Gelenkes – verursacht entweder durch das Heben und Tragen schwerer Lasten, übermäßige Stauchungen und Stoßbelastungen, sowie starke Drehbewegungen durch ungeeignete Sportarten wie z.B. Fuß-, Hand-, Volleyball, Tennis oder unkontrollierte Bewegungen und Stürze. Professor Schräder, der auch Wechseloperationen durchführt, sieht deshalb einen besonderen Aufklärungsbedarf beim Einsatz künstlicher Gelenke: „Die Entscheidung für eine Prothese ist immer eine Einbahnstraße für den Patienten, es führt kein Weg zurück“, erklärt der Mediziner. „Deshalb möchte ich, dass meine Patienten auf diesem Weg die bestmöglichste Betreuung erfahren.“