Labradorhündin Lotte lässt Patienten der Klinik für Geriatrie strahlen

Labradorhündin Lotte lässt Patienten der Klinik für Geriatrie strahlen

eingetragen in: Aktuell | 0

Immer mittwochs begrüßen die Mitarbeiter der Klinik für Geriatrie an der Kreisklinik Groß-Umstadt eine ganz besondere Kollegin: Labradorhündin Lotte erscheint zum Dienst und verbreitet schon am frühen Morgen gute Laune. „Lotte ist seit zwei Monaten bei uns. Wir setzen sie als Therapiebegleithund in der Gruppentherapie ein – mit spürbarem Erfolg“, sagt Dr. Martin Schunck, Chefarzt der Klinik für Geriatrie in Groß-Umstadt.

Ihren Dienst beginnt die neunjährige Hündin gemeinsam mit ihrem Frauchen Ursula Glöckner-Schultze in aller Ruhe: „Wir beide gehen als erstes in mein Büro. Lotte legt sich auf ihre Decke, während ich mich um anfallende organisatorische Dinge kümmere. Erst dann besuchen wir gemeinsam die Gruppe“, erklärt die Psychologin, die seit vielen Jahren in der tiergestützten Therapie tätig ist und diese nun auch an der Klinik in Groß-Umstadt einsetzt.

Selbstständigkeit wieder erlangen
Die Gruppentherapie in der Klinik für Geriatrie arbeitet darauf hin, dass Patienten sowohl körperliche als auch geistige Selbstständigkeit wieder erlangen. Wenn die neunjährige Labradorhündin mit in die Gruppe kommt, bricht sie schnell das Eis und baut Kontakt zu den Patienten auf. Geduldig lässt sie sich streicheln und legt hin und wieder ihren Kopf in den Schoß eines Patienten. „Wir sind ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Ergo- und Physiotherapeuten, Sozialarbeiterinnen, einer Logopädin sowie einer Psychologin. Unsere Therapie setzt sich aus vielen verschiedenen Übungen für Körper und Geist zusammen. Lotte hilft uns dabei“, so Ursula Glöckner-Schultze. Die Hündin erfüllt verschiedene Aufgaben: Eine Übung kann beispielsweise sein, dass ein Patient einen Gegenstand versteckt. Lotte sucht diesen Gegenstand und bringt diesen wieder zurück. Sie hat zudem ein feines Gespür für die emotionale Situation der Patienten und passt ihr Verhalten daran an.

Positive Wirkung auf Genesung
“Ein Tier kann durch sein unbekümmertes Wesen die Psyche der Patienten spürbar aufhellen”, sagt Chefarzt Dr. Martin Schunck. Tiere vermitteln das Gefühl, noch gebraucht zu werden. Besonders ältere Menschen blühen auf, wenn sie durch das Füttern des Vierbeiners das Gefühl haben, auch einmal geben zu dürfen, statt immer nur Hilfe annehmen zu müssen.“ Psychologin Glöckner-Schultze kann das bestätigen: „Wenn meine Hündin mit in die Gruppe kommt, fällt es vielen oft leichter, Gefühle auszudrücken. Lotte hilft Patienten, sich zu öffnen und somit den Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Therapeut und Patient zu beschleunigen. Wir erleben jede Woche, wie sehr sie die Atmosphäre positiv beeinflusst. Genau diesen Effekt möchten wir mit der tiergestützten Therapie erreichen.“ Dr. Martin Schunck ist begeistert vom Potenzial, das die tiergestützte Therapie bietet. Der Altersmediziner beobachtet bei Patienten eine Linderung der Symptome, was sich wiederum positiv auf den Heilungsprozess auswirkt: „Lotte ist eine echte Bereicherung für unsere Patienten. Wir hoffen, sie bleibt uns noch sehr lange erhalten.“