Zum Jubiläum mit neuen Lösungen in die Zukunft. Das Bildungszentrum für Gesundheit feiert fünfzigjähriges Bestehen.

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Das Bildungszentrum für Gesundheit (BZG) der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg hat etwas zu feiern: In diesem Jahr begeht die Krankenpflegeschule ihr 50-jähriges Jubiläum! In dem halben Jahrhundert ihres Bestehens hat sie jedoch nicht nur etliche hochqualifizierte Fachkräfte hervorgebracht, sondern gleichzeitig auch hautnah den Wandel der Berufsfelder miterlebt. Den damit einhergehenden Herausforderungen mit innovativen Lösungen zu begegnen, hat man im Bildungszentrum für Gesundheit  der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg in Groß-Umstadt zur Tugend gemacht. Das dürfte ein Grund dafür sein, weswegen  das BZG im Oktober auf 50 erfolgreiche Jahre zurückblickt.

Darüber freut sich Margit Pütz, die seit 2004 die Krankenpflegeschule leitet. Zum Jubiläum steht jedoch eine ganz besondere Herausforderung ins Haus: „Ab 2020 wird es aufgrund eines neuen Krankenpflegegesetzes eine neue, sogenannte „generalistische“ Pflegeausbildung geben, die wir auch bei uns im Haus anbieten werden “, erklärt Pütz. „Das ist aber eine tolle Herausforderung, denn unter der neuen Bezeichnung „Pflegefachfrau/-mann“ werden dann die Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammengefasst. Die Absolventen können dann nach ihrem Examen in allen drei Bereichen arbeiten“, erläutert Margit Pütz.

Diese Umstellung wurde mit der Ausweitung der Ansprüche an Pflegende notwendig. So genüge es Margit Pütz zufolge nicht mehr, nur zu wissen, was man bei welchem Krankheitsfall zu tun habe. Zusätzlich müssten die Pflegekräfte fundierte juristische Kenntnisse, eine ausgeprägte Kommunikationsgabe und Teamfähigkeit vorweisen. Neben den klassischen pflegerischen Kenntnissen sei zudem ein breites Wissen in den Bereichen Anatomie und Arzneimittellehre unabdingbar. Mit der Reform der Pflegeberufe soll darüber hinaus dem Fachkräftemangel in der Pflege entgegengewirkt werden.

Alleinstellungsmerkmal Krankenpflegeausbildung

Um auch diese Herausforderung zu bewältigen, geht man in Groß-Umstadt innovative Wege. „Wir bieten als erste und einzige Krankenpflegeschule in Hessen eine Ausbildung in Teilzeit an“, berichtet Pütz  über das Alleinstellungsmerkmal, das vor allem an eine bestimmte Zielgruppe gerichtet ist: „Damit sollen Mütter und Alleinerziehende dabei unterstützt werden, sowohl ihre Kinder als auch ihre Ausbildung unter einen Hut zu bekommen.“ Das System funktioniert: Statt nach drei legen die Auszubildenden ihr Examen nach vier Jahren ab. Im März dieses Jahres bestanden die ersten Teilnehmer dieses Programms die  Abschlussprüfungen.

Dass man sich in Groß-Umstadt und generell an den Kreiskliniken um die Bedürfnisse von Patienten, Auszubildenden und Mitarbeitern sorgt, zeigt sich in einem neuen Schwerpunkt, den man im Unterricht am Bildungszentrum für Gesundheit setzt. „Wir legen ein ganz besonderes Augenmerk auf die interkulturelle Pflege”, so Pütz: „Dabei setzen wir uns ganz besonders mit verschiedenen Kulturen und Religionen auseinander.“ Beweggrund hierfür war Margit Pütz zufolge der zunehmende Kontakt mit internationalen Patienten. „Zur Pflege gehört nicht nur die rein technische Versorgung unserer Patienten. Ebenso wichtig ist es, ein offenes Ohr zu haben und Sorgen und Ängste verstehen zu können“, bekundet die Schulleiterin. So bewertet sie es als besonders erfreulich, dass mittlerweile ein signifikanter Anteil von Flüchtlingen eine Ausbildung an der Krankenpflegeschule absolviert. So sind das Bildungszentrum für Gesundheit und damit die gesamten Kreiskliniken gut gerüstet für die Zukunft.